Bildungs- und Lerngeschichten

Die Bildungs- und Lerngeschichten sind eine weltweit anerkannte Methode zur Beobachtung und Dokumentation von Bildungsprozessen in Kindertageseinrichtungen. Das Verfahren kommt aus Neuseeland und wurde vom Deutschen Jugendinstitut in München auf die Bedingungen in Deutschland angepasst.
Die Erzieherinnen beobachten ein Kind in einer Alltagsituation und beschreiben, was es tut. Sie schildern, welche Interessen, individuelle Lernstrategien, Bildungsinteressen und Bildungswege sie im Augenblick wahrnehmen. Ihre Aufgabe ist es, die Fähigkeiten des Kindes zu erkennen und es in seiner Entwicklung zu fördern. Die wichtigste Grundlage dafür ist genaues Beobachten und Dokumentieren.
Es ist bei den Kindern nicht anders als bei uns Erwachsenen. Wenn wir uns für etwas interessieren und es uns neugierig macht, wollen wir mehr darüber erfahren. Kinder probieren, experimentieren, machen Erfahrungen und sind ständig damit beschäftigt, ihre Welt zu erkunden, eigene Ideen zu entwickeln, Lösungen für Probleme zu finden, um so beständig neues Wissen zu erwerben



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Das Konzept der Bildungs- und Lerngeschichten basiert
auf fünf Arbeitsschritten:


  1. Die Erzieherinnen beobachten etwa zehn Minuten das Kind und schreiben genau auf, was es tut. Sie dokumentieren (schriftlich, fotografisch) den Bildungsprozess des Kindes.
  2. Die Erzieherinnen analysieren ihre Beobachtungen anhand sogenannter Lerndispositionen und lenken dabei bewusst ihren Blick auf die Interessen und Stärken des Kindes.

    Es gibt 5 Lerndispositionen:
    • Interessiert sein
    • Engagiert sein
    • Standhalten bei Herausforderungen und Schwierigkeiten
    • Sich ausdrücken und mitteilen
    • An einer Lerngemeinschaft mitwirken und Verantwortung übernehmen
  3. Die Beobachtungen und die Analyse werden im Team besprochen (kollegialer Austausch).
  4. Aufbauend auf den bisherigen Ergebnissen werden die nächsten Schritte entwickelt. Dies können individuelle oder für mehrere Kinder zusammen entsprechende Angebote sein.
  5. Die Erzieherinnen schreiben eine Lerngeschichte in Form eines Briefes und lesen sie dem Kind vor und kommen mit ihm ins Gespräch.


Was ist eine Lerngeschichte?

Mit „Lerngeschichte“ ist eine Geschichte oder Erzählung vom Lernen eines Kindes gemeint, das zuvor bei einer Aktivität beobachtet wurde. Diese wird in Form eines Briefes geschrieben. Die Kinder bekommen den Brief persönlich überreicht und werden zum gemeinsamen Lesen in einer ruhigen Atmosphäre eingeladen. Das besondere Augenmerk bei der Lerngeschichte liegt auf dem Begriff „Wertschätzung“. Dem Kind wird durch die Geschichte eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt und es erhält Anerkennung und wird in seiner Persönlichkeit und dem Selbstwertgefühl gestärkt.

Gleichzeitig schaffen die Bildungs- und Lerngeschichten viele Sprechanlässe durch den Dialog mit der Fachkraft, aber auch den anderen Kindern. Es ist ein wesentlicher Bestandteil in der Beziehungsarbeit der pädagogischen Fachkräfte mit dem Kind.
Portfolio

Jedes Kind erhält zu Beginn seiner Kindergartenzeit in unserer Einrichtung ein eigenes „Schatzbuch“ (Portfolio). Es ist Eigentum des Kindes, und das Kind alleine entscheidet über die Inhalte und wer Einblick nehmen darf. Darin werden die Lerngeschichten und vieles, was das Kind in der Einrichtung malt und gestaltet, aufbewahrt. Sie können dabei mitarbeiten und Beiträge zufügen.
 
Gerne händigen wir den Eltern die Elternseite dazu aus.



Zwingel-Riesen

„Das letzte Jahr in der Kindertagesstätte“ und „Der Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule“
In vielen pädagogischen Einrichtungen spricht man in diesem Zusammenhang von der „Vorschularbeit“. Hier sollen die Fünf- und Sechsjährigen im letzten Kindergartenjahr auf die Schule vorbereitet werden. In unserer Einrichtung bezieht sich dieses Zeitfenster nicht nur auf das letzte Jahr in der Kita, sondern beginnt bei uns bereits mit dem Eintritt in die Kindertagesstätte. Lernen ist ein sich stetig weiterentwickelnder Prozess. Dieser ist abhängig von dem ganz persönlichen Lerntempo (wie viel Zeit braucht das Kind), den Interessen (mit was beschäftigt sich und spielt das Kind) und dem Entwicklungsstand (wo steht das Kind) jedes einzelnen Kindes.
Des Weiteren spielen die sozial-kulturellen Faktoren, in denen das Kind aufwächst, eine große Rolle beim Lernen (Traditionen, Familiensituation, Wohnsituation, etc.). An diesen Grundsätzen setzt unsere Arbeit mit den Kindern im letzten Kindergartenjahr an.
Ziel der Vorbereitung auf die Schule ist, die von den Kindern bereits erworbenen und für die Einschulung erforderlichen Kompetenzen zu stärken und auszubauen.
Kinder, besonders im Vorschulalter, haben von Natur aus eine große Motivation, Neues zu lernen, zu entdecken und zu erforschen. Sie freuen sich auf die Schule und wollen die „Großen“ sein. Sie haben das starke Bedürfnis, die Abläufe und Inhalte ihres Tuns (Spielverläufe, Spielthemen, Spielorte usw.) selbstständig zu entscheiden. Die Kinder fordern immer mehr Autonomie ein.

Die „Großen“ zu sein und in unserer Einrichtung zu den „Zwingel-Riesen“ zu gehören, bald in die Schule zu kommen ist natürlich auch mit Ängsten verbunden (Was kommt auf mich zu? Wer sind meine Lehrer? etc.). Wichtig ist uns auch, dass die Eltern als Erziehungspartner zu diesem Neustart – Schule – mit im „Boot“ sind. Bedeutsam ist nicht zuletzt die Kooperation mit der Grundschule, die eine wichtige Rolle für einen gelungenen Übergang zwischen den beiden Systemen (Kita – Schule) spielt.


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Zwingel-Riesen...

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...in der Lerngruppe...


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...erlernen Sozialkompetenz...

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...musizieren gemeinsam



Aus praxisorientiertem Wissen heraus und auf den Grundlagen des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes für Kinder basierend, wurde folgendes Konzept für „Das letzte Jahr in der Kita am Zwingel“ bei den „Zwingel-Riesen“ erarbeitet:

Die gesamte Kindertagesstätte als Lernwerkstatt für die „Zwingel-Riesen“
Wie sieht die Vorbereitung auf die Schule im letzten Kindergartenjahr für die einzuschulenden Kinder konkret in unserer Einrichtung aus?


  • Teilnahme an den regelmäßig stattfindenden Treffen der „Zwingel-Riesen“. Diese gestalten sich je nach den Belangen der Kinder als Lern-, Themen- oder Interessengruppen
  • Lernen in einer festen Lerngruppe von Gleichaltrigen. Sie lernen die Kinder aus der Kindertagesstätte, die mit ihnen in die Schule kommen, näher kennen.
  • Wichtig ist der Erwerb von Kompetenzen in einer Kleingruppe, bei der sich die Kinder mit einem Thema auseinandersetzten u. a. von:

    Sozialkompetenz:
    Sich als ein Teil einer Gruppe fühlen
    - Verantwortung übernehmen
    - Rücksicht, Toleranz zu üben
    - Kooperations-,Konflikt-und Kommunikationsfähigkeit

    Ich-Kompetenzen:
    - Bedürfnisse und Interessen, Meinung und Kritik äußern und ertragen. Standhalten bei Herausforderungen
    - Konzentration und Ausdauer Körpergefühl
    - Gefühle benennen
    - Empathie
  • Im Dialog mit den Teilnehmern in den Interessengruppen, die vorhandenen Basiskompetenzen einsetzen und erweitern, die für die Bewältigung des Übergangs wichtig sind: z.B. Kommunikations-Problemlösefähigkeit und Stressbewältigung
  • Auseinandersetzung mit Themen, die nicht immer nur Spaß machen oder interessieren
  • Mut und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, das eigene Handeln entwickeln und kommunizieren
  • Erweiterte vielfältige Möglichkeiten, sich spielend mit der Welt auseinander zu setzen. Materialangebote sind vielseitig und dem Alter entsprechend (Hammer, Nägel, gute Stifte, Lineal, Zirkel u.v.m.) in den Bildungs- und Lernräumen vorhanden.
  • Kinder im Vorschulalter sind neugierig und wollen mehr wissen. Daher eröffnen wir ihnen neue Erfahrungsbereiche. Das können Themen aus dem Bereich der Musik, Kunst, Natur u.v.m. sein
  • Den Kindern werden verstärkt die Lebenswelten außerhalb der Kita zugänglich gemacht (unsere Stadt, Spielplätze, Schulweg, Feuerwehr usw.)
  • Kinder im Vorschulalter werden an den alltäglichen Arbeiten in der Kita stärker beteiligt und übernehmen in und für Teilbereiche Verantwortung, z.B. am Empfang oder im Bistro
  • Beteiligung der Kinder bei der Planung und Reflexion der Lernbereiche oder bei der Organisation von Ausflügen, Gestaltung der Übernachtungsparty in der Kita und der Gleichen.
  • Eine Auswahl der Themen in den Bildungs- und Lernbereichen orientiert sich an den Interessen und Wünschen der „Zwingel-Riesen“
  • Themen, die die „Großen“ beschäftigen, werden mit in den Gruppenalltag übernommen. Beim Thema Schule kann z.B. in der Klamottenkiste ein Klassenraum mit Schulutensilien eingerichtet werden.
  • Dokumentation der ganzheitlichen Entwicklung und der individuellen Interessen des Kindes im letzten Kita-Jahr. Dies dient als Gesprächsgrundlage für die Entwicklungsgespräche und die Gestaltung des Übergangs in die Grundschule
  • Das Lernen der Kinder im letzten Kita-Jahr wird an der Pinnwand der „Zwingel-Riesen“ im Flur dokumentiert. Eltern können sich dort über die aktuelle Inhalte im „Zwingel-Riesentreffen“ informieren. Weiterhin befinden sich im Flur die Bereichsorder der „Zwingel-Riesen“ mit Fotodokumentationen aus den Lerngruppen.


Zusammenarbeit der Kita mit den Grundschulen

Die Kinder, die das letzte Jahr die Kindertagesstätte besuchen, werden je nach Wohngebiet in Dillenburg in die Rotebergschule oder die Juliane-von-Stolberg-Schule eingeschult. Beide Schulen haben unabhängig voneinander Konzepte zur Gestaltung des Übergangs von der Kindertagesstätte in die Schule bzw. verschiedene Kooperationsformen entwickelt, die nachfolgend vorgestellt werden.


Kooperation Erzieher – Lehrer/in der Grundschulen

  • Austausch über die pädagogische Konzeption der Einrichtung, Schwerpunkte und Inhalte der Vorbereitungsarbeit auf die Schule
  • Austausch über die Kinder, die an der vorschulischen Fördermaßnahme im Rahmen des Deutschvorlaufkurses teilnehmen. Themen sind u.a. Inhalte und Methoden der Fördermaßnahme, die Stärken und Interessen der Kinder und deren sprachliche Entwicklung. Eventuell gesonderter Förderbedarf wird diskutiert
  • Gemeinsam gestaltende Schwerpunkte für Elternnachmittage/-abende zu den Themen „Das letzte Jahr im Kindergarten“, „Schulfähigkeit“, „Einschulung“ und „Vorlaufkurs“
  • Jährliche Rückmeldegespräche nach den ersten Wochen der Einschulung
  • Die Lehrer der Grundschulen werden in die Kita eingeladen, um dort die Kinder im Kita-Alltag kennen zu lernen.


Kooperation Erzieher/innen - Eltern- Lehrer/innen der Grundschulen

  • Gemeinsam erarbeitete Elternnachmittage/-abende für und mit Eltern mit dem Blick auf das gemeinsame Anliegen. Themenschwerpunkte sind: die Einschulung, die Klärung des Begriffs „Schulreife“, die Gestaltung der Vorschularbeit im letzten Kindergartenjahr und der Austausch mit den Eltern
  • 6 Augengespräche (Eltern, Kita, Schulleitung) im Herbst vor der Einschulung. Austausch über die Interessen, Stärken und den individuellen Förderbedarf jedes einzuschulenden Kindes
  • Bei besonderem Förderbedarf kooperieren Fachkräfte des Beratungs- und Förderungszentrums (BFZ) in Zusammenarbeit mit den Lehrer/innen der Grundschulen, Eltern und Erzieher/innen der Kita


Projekt „Book Buddy“
Schüler aus der dritten Klasse der Rotebergschule lesen regelmäßig den Kindern der Kindertagesstätte aus Büchern zu unterschiedlichen Themen vor. Jedes Schulkind hat ein bis zwei Kita-Kinder, denen es vorliest. Die Lesefreunde treffen sich einmal im Monat im Wechsel in der Kita und in der Schule. Das Projekt findet ca. ein halbes Jahr vor der Einschulung statt.

Schulhausrallye
Die Kinder lernen Schule und Umgebung auf ungezwungene, spielerische Weise in Begleitung der Lehrer/in kennen (Turnhalle, Klassenräume, Pausenhof, Toiletten, usw.)

Gemeinsamer Unterricht
Die Kita-Kinder besuchen die Kinder der ersten Klasse in ihren Klassenräumen und nehmen an einer von Grundschule und Kindertagesstätte vorbereiteten Unterrichtsstunde teil. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, erstmalig einen Schulvormittag mitzuerleben.



Bundesprogramm Sprach-Kitas

 © Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Lahn-Dill e.V. (https://www.awo-lahn-dill.de/)Unsere Kita nimmt seit Januar 2016 an dem Bundesprogramm "Sprach-Kitas" teil.

Dies ist ein Programm, das die Kindertagesstätte finanziell unterstützt und die Anstellung einer sprachpädagogischen Fachkraft mit einer halben Stelle ermöglicht.

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Ziel des Programmes ist es, die Kindertagesbetreuung in den außerschulischen Bereichen wie Krippe und Kindertagesstätten qualitativ zu unterstützen.
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit der Fachkraft liegt darin, die Sprachbildung und Sprachförderung aller Kinder in der Kita und der Kinder im U3 Bereich durch alltagsintegrierte Sprachförderung zu unterstützen. Die Fachkraft wirkt so einerseits als Dialogpartner, aber ebenso auch als Sprachvorbild. Neben der Förderung der Kinder wird eine intensivere Zusammenarbeit mit den Eltern angestrebt. Zu dem Team der Kindertagesstätte gehört eine Mitarbeiterin die eine berufliche Weiterqualifizierung als „Sprachexpertin für alltagsintegrierte Sprachförderung“ besitzt uns seit vielen Jahren die Kinder beim Erwerb der Sprache fördert und unterstützt.



Deutschvorlaufkurs

 © Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Lahn-Dill e.V. (https://www.awo-lahn-dill.de/)Kinder werden von Geburt an vor allem im gemeinschaftlichen Zusammenleben im Familienalltag und später in Krippe oder Kindergarten unterstützt und begleitet, um sie zur Selbstständigkeit zu führen, sie sozial und emotional zu stärken und sie Zusammenhänge verstehen zu lassen.
Der Vorlaufkurs ist ein zusätzlicher Baustein im letzten Kindergartenjahr und somit ein Bestandteil des Übergangs Kindergarten-Schule für Kinder mit Migrationshintergrund, die noch kein Deutsch können oder deren Deutschkenntnisse als Schlüssel zum Schulerfolg noch verbessert werden müssen.
 
Es gibt eine enge Kooperation zwischen Kindertagesstätte und der Rotebergschule in Dillenburg, die den Vorlaufkurs anbietet.
Vorlaufkurs
  • freiwillig (eine Doppelstunde wöchentlich in den Räumen der Kita)
  • öffnet Türen für Kommunikation und Integration
  • hilft Kindern, mit ausreichenden Deutschkenntnissen in die Grundschule zu starten


Schwerpunkt Vorlaufkurs
  • Schulung phonologischer Bewusstheit (= Fähigkeit, Struktur der Lautsprache zu erkennen und mit Sprachelementen zu operieren: Reime, Silben, Anlaute…)
  • Freude an Sprache
  • Anweisungen verstehen und sich mitteilen

Es ist hilfreich, wenn die Vorlaufkinder regelmäßig dabei sind. So können sie sich gut innerhalb der kleinen Gruppe integrieren und im geschützten Rahmen mit viel Freude Sprache gemeinsam entdecken und erleben.



Musik

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Einige pädagogische Mitarbeiter unserer Einrichtung spielen ein Instrument wie z.B. Gitarre. Dies ist eine Bereicherung für die musikalische Bildung und Erziehung der Kinder in früher Kindheit.

Musik bietet Verständigung über Sprachgrenzen hinaus. Sie ist eine Quelle für die eigene Gefühlswelt und unterstützt die sprachliche Entwicklung des Kindes. Musik in Verbindung mit Bewegung bereitet nicht nur Freude, auch werden nahezu alle Sinne bei Musik und Tanz gefördert.
In unsere Einrichtung gibt es im Tagesverlauf ein vielfältiges musikalisches Angebot. Dies ist ein Teil der Erlebniswelt Ihres Kindes in unserer Einrichtung.
Musikalische Früherziehung bedeutet:

  • Das Erleben einer Atmosphäre des Wohlfühlens, der Freude oder des besinnlichen Innehaltens und Zuhörens
  • Ein Rhythmusgefühl zu entwickeln
  • Positive Auswirkung auf die Sprachbildung
  • Sprache weiter zu entwickeln
  • Stärkung von Fantasie und Kreativität
  • Einsatz von einfachen einzelnen Instrumenten z.B.: Rasseln, Handtrommeln
  • Förderung der motorischen Entwicklung und des Körperbewusstseins
  • Musik als Quelle der Entspannung und Freude zu erleben
  • Gefühle ausdrücken zu können und Spannungen abzubauen
  • Instrumente zu erkunden und auszuprobieren
  • Musikalische Fachausdrücke kennen zu lernen
  • Einen altersgerechten Liedschatz zu erlangen
  • Einsatz des ganzen Körpers als Musikinstrument


„Jeder Mensch wird mit der Erfahrung von Rhythmus geboren, dem Herzschlag der Mutter , und mit einem eigenen Musikinstrument, der Stimme.“ (Howard Gardner)



KiSS - Kinder Sprach Screening

Das Kindersprachscreening KiSS für Kinder im Alter von 4 bis 4,5 Jahre, dass in der AWO Kindertagesstätte angewendet wird, ist ein systemisches Verfahren zur Beobachtung und Überprüfung des Sprachstands des Kindes.

Allen Kindern mit Deutsch als Muttersprache oder Deutsch als Zweitsprache wird dieses Verfahren angeboten. Die Eltern werden darüber informiert und müssen schriftlich ihr Einverständnis für diese Überprüfung durch die pädagogische Fachkraft (Sprachexpertin) in unserer Kindertagesstätte geben. Diese ermöglicht eine genaue Aussage über den derzeitigen Sprachstand des Kindes.

Die Ergebnisse des Verfahrens werden in enger Zusammenarbeit mit der ortsansässigen und uns zugewiesenen Logopädin ausgewertet und die entsprechenden Empfehlungen an die Eltern weitergegeben.

Ziele von KiSS:

  • fachgerechte Grundlage für eine frühzeitige sprachliche Förderung
  • Fehleinschätzungen oder unentdeckten Entwicklungsrückständen im Bereich der Sprache vorzubeugen
  • Ganzheitliche Erfassung der sprachlichen Fähigkeiten
  • Bildungschancen aller Kinder in hessischen Kindertagesstätten zu verbessern und die Bildungsqualität bezüglich der Sprache zu standardisieren und somit zur Qualitätssicherung in der Kindertagesstätte beizutragen.



Dialogisches Lesen

Das Dialogische Lesen ist ein Sprachförderprojekt in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität Gießen, Abteilung für schulische Prävention und Evaluation. Aus unserer Einrichtung haben zwei Mitarbeiter an dieser Weiterbildung teilgenommen.

Das Dialogische Lesen beschreibt eine ganzheitliche Sprachförderung, die Kinder in ihrem natürlichen Sprachentwicklungsprozess unterstützt und fördert.
Dabei werden einfache Vorlesesituationen genutzt, um den Kindern ganz natürlich möglichst viele Sprachanlässe zu bieten und sie hierüber aktiv zum Erzählen und Nacherzählen in eigenen Worten anzuregen.
Das Dialogische Lesen fördert nachweislich verschiedene Sprachentwicklungsbereiche wie Wortschatz, Grammatik, Sprachverständnis und Dialogfähigkeit.